Senioren vor Telefonbetrug schützen

Telefonbetrug an Senioren nimmt zu und die Geschichten, die gutgläubigen Menschen höheren Alters aufgetischt werden, sind  dreist. Was tun, um die Eltern und Großeltern davor zu schützen?

Vor einigen Monaten erhielt ich in meiner Funktion als Generationenmanagerin von Claudia W. diese verzweifelte Anfrage: „Meiner Mutter ist es nach einem Schlaganfall im Frühjahr nicht mehr möglich, deutlich zu sprechen. Die einzigen zwei Personen, mit denen sie noch über das Handy kommunizieren will, sind mein Bruder und ich. In den letzten vier Monaten haben sie Anrufer aus dem Ausland belästigt. Diese hatten eindeutige betrügerische Absichten. Da sie diese Anrufer nicht zuordnen konnte, dachte sie zu allem Übel, es wäre meinem Bruder oder mir etwas passiert. Das ist eine sehr beunruhigende Situation für sie und auch für uns. Ein Rufnummernwechsel würde nur kurzfristig nützen, denn das eigentliche Problem, dass sie jeder anrufen kann, wäre damit nicht gelöst. Auch der Netzbetreiber kann uns diesbezüglich nicht helfen. Wir suchen dringend eine Lösung.“

Die Telefonbetrug – Fälle nehmen zu

Nur eine Woche später lese ich im Internet diese Schlagzeile: Telefonbetrüger bieten Senioren „erstes Corona-Impfstoffpaket“ an. Ich bin schockiert. In nur einer Woche zwei besorgniserregende Telefonbetrug – Beispiele. Ich lese folgendes: „In Bonn haben Telefonbetrüger versucht, Senioren um Geld zu betrügen. Sie haben eine Seniorin angerufen und sich als Mitarbeiter einer bekannten Impfstofffirma ausgegeben. Dann boten sie der 64jährigen Frau ein „erstes Corona-Impfstoffpaket“ zum Preis von 6.000 Euro an. Die erkannte die Masche zum Glück und alarmierte die Polizei. Als ein vermeintlicher Geldabholer an der Wohnung der Seniorin klingelte, empfingen ihn Beamte. Das angebliche Impfserum hatten die Betrüger als spätere Post-Zusendung angekündigt.“

Um sich vor Telefonbetrügern zu schützen, hat die GTK Gesellschaft für technische Kriminalprävention mbH aus dem nordrhein-westfälischen Hövelhof eine wirksame Antwort auf das zunehmende Problem entwickelt: Den Telefonfilter RUFUS.

Der einfach zu installierende Nummernfilter gibt alleinlebenden Senioren die Sicherheit, dass eingehende Anrufe entweder vertrauenswürdig sind, geprüft oder direkt geblockt werden.

Wie werden Senioren Opfer?

Viele Menschen haben einen Festnetzanschluss und nutzen diesen, um mit Freunden, Verwandten und Bekannten, aber auch Ärzten und Behörden Kontakt aufzunehmen. Oft stehen die Telefonnummern im Telefonbuch oder sie werden arglos an Dritte weitergegeben. Das kann bei der Teilnahme an einem Gewinnspiel ebenso passieren wie bei einem Onlinekauf oder ähnlichem. Betrüger gelangen über illegale Wege an die Telefonnummern und rufen die unwissenden Telefonbesitzer an.

In gut inszenierten Geschichten gewinnen sie das Vertrauen des Angerufenen und bringen ihn mit emotionalem Druck dazu, beispielsweise Geld vom Konto abzuheben. Da die Betrüger viel Erfahrung haben und fast jeder Telefonanschluss für diesen Weg der Kriminalität genutzt werden kann, sollte man sich schützen. Um den Betrügern gar nicht die Chance zu geben, in direkten Kontakt mit ihren vermeintlichen Opfern zu treten.

Auf Telefonbetrug reinfallen – ich doch nicht. Oder?

In Umfragen geben viele Menschen an, dass sie davon überzeugt sind, auf Telefonbetrug nicht hereinzufallen. Die Kriminalitätsstatistiken belegen jedoch leider das Gegenteil: Betrug über das Telefon kann jeden treffen. Die Betrüger sind sehr erfahren und haben auf jede Ihrer Fragen die passende Antwort. Langsam aber sicher legen die Angerufenen ihre Skepsis ab, nicht zuletzt, weil die Betrüger persönliche Informationen in das Gespräch einfließen lassen. Auch diejenigen, die bereits Opfer von Telefonbetrug geworden sind, hätten nicht gedacht, dass sie auf die Betrugsmaschen hereinfallen würden.

Welche Sicherheiten bietet der Filter?

Nach Installation des Rufus-Filters wird unbekannten Anrufern die Option gegeben, a)   per Tastendruck nach, dass es sich um einen realen Anrufer und nicht um Ping-Anrufe handelt, b) per Tastendruck der Aufzeichnung des Gesprächs zuzustimmen, c) eine Nachricht auf einer Sprachbox zu hinterlassen, d) auf eine andere Rufnummer umgeleitet zu werden oder man kann auswählen, dass unbekannte Anrufer gänzlich geblockt werden.

Wo wir wieder bei Claudia W. wären. Sie hat sich den Rufus Telefonfilter bestellt, nachdem ich ihr davon erzählt habe. Denn ihre Mama wünschte sich, dass sie nur von ihrer Tochter und ihrem Sohn angerufen werden kann. Problem gelöst.

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Beitragsfoto von Daniel Krautsack